Formen - Swiss Lo Man Kam Wing Chun Association

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Formen

Kung Fu Stil

Siu Lim Tao (Kleine  Idee)

Die erste Form ist die Grundlage, von der aus sich das ganze System entwickelt. Der Name „Kleine Idee" bezieht sich darauf, wenige Ideen zu haben und müheloser im Augenblick zu verweilen. Unterstützt wird dieses Konzept mit Prinzip der Zentrallinie (die Mittellinie des Körpers). Durch die Konzentration auf diese kommt man wieder in sein Zentrum und bleibt fokussiert.

Der physiologische Prozess der Entspannung unterstützt das Abschalten eines überaktiven Geistes und hilft, unnötige körperliche Anspannung loszulassen. Das Abschalten des Alltags-Bewusstseins ergibt sich durch das Reduzieren von Reizen und Ablenkungen der äusseren Sinne und indem die Achtsamkeit nach innen gebracht wird.

Der Schüler lernt während dem Üben auf die inneren Sinne zu lauschen, dem Körpergefühl nachzuspüren. Die so entstehende Gelassenheit von Körper und Geist bildet die Grundlage für das Erlernen und Verstehen von Wing Chun Kung Fu. Der Übende wird sich seiner Selbst besser gewahr.

In der ersten Form sind alle fundamentalen Prinzipien und Bewegungen dieser Kampfkunst angelegt. Die erste Form enthält insgesamt acht Sätze und ist aufgeteilt in drei Sektionen mit jeweils verschiedenen Schwerpunkten. Der erste Abschnitt trainiert den korrekten Stand und die Grundspannung im Körper. Der zweite Abschnitt dient der Kultivierung und Lenkung der inneren Energie im Körper. Der dritte Abschnitt schliesslich schult den gezielten Einsatz der verschiedenen Grundtechniken. Die erste Form vermittelt ein Grundverständnis über die Bewegungsmöglichkeiten des Körpers.


Chum Kiu (Suchende Brücke)

Die zweite Form Chum Kiu lehrt den Schüler, seine Techniken in Verbindung mit geeigneten  Schritten  einzusetzen. Er lernt die  Balance und Stabilität in der Bewegung  zu halten. Die Fertigkeit, eine Distanz zu einem Gegner geschützt zu überbrücken oder zu vergrössern und  ihm dabei gleichzeitig dynamisch auszuweichen, wird systematisch entwickelt und vertieft.

Gleichzeitig lernt ein Schüler, seine Beine in verschiedenen Schritttechniken effizient einzusetzen. Er lernt verschiedene Armtechniken mit dem entsprechenden Energieeinsatz und schafft die Grundlage für die Fusstritte. Dem Wing Chun Kung-Fu wird auch nachgesagt,
„3 Arme" zu besitzen, da nach langjähriger Übung das Gefühl der Beine dem der Arme in nichts nachstehen sollte.


Biu Tse (Schwirrende, stechende Finger)

Die dritte Form Biu Tse ist die dritte waffenlose Form des Wing Chun Kung Fu. Das Mysterium um diese Form rührt angeblich von der Tradition her, dass diese Form vom Meister jeweils nur an die loyalsten und besten Schüler weitergegeben wurde. Dies weil diese Form sehr offensive und direkte Techniken lehrt. Die Gefährlichkeit der Form liegt in ihrer Kompromisslosigkeit und ihrer Geradlinigkeit.

Der Gegner wird in keiner Weise umgangen, sondern im Moment seines Angriffs mit entsprechendem Konterangriff kampfunfähig gemacht.  Dabei werden vor allem  Ellbogen (kurze Distanz) und Fingertechniken (weite Distanz) im koordinierten Zusammenwirken gegen besonders empfindliche Punkte des gegnerischen Körpers zum Einsatz gebracht. Das besondere Augenmerk legt diese Form auf den Angriff. Darum werden diese Techniken erst dann unterrichtet, wenn der Schüler seinen freien Bewegungsfluss bereits gut kontrollieren kann. Zuweilen nennt man die dritte Form auch Fehler-Form, dies weil sie einem Optionen offen hält, aus einer scheinbar aussichtslosen, verbissenen Lage heil zu entkommen.


Mok Jan Chong (Holzpuppe)

Die Holzpuppe (ein Trainingsgerät in Form eines Holzstammes mit drei Armen und einem Bein) dient der Perfektionierung der Techniken aus den Basisformen in einer genau festgelegten Abfolge. Die Form besteht aus 7 Sektionen mit verschiedenen Schwerpunkten.

Erst  später, nach langem Üben mit der entsprechenden Erfahrung und Verständnis, werden die einzelnen Sektionen der Holzpuppen-Form variiert und kombiniert. Die wirkungsvollen Fusstritte des Wing Chun Kung Fu kommen dabei besonders zur Geltung.

Das Training an der Holzpuppe ist somit keine Form im eigentlichen Sinne, sondern eine Anwendung an einem äusserst widerstandsfähigen und geduldigen Partner. Die Geometrie des Kampfes, also das Einhalten bestimmter Winkel vom Körper des Trainierenden zur Holzpuppe, Distanzgefühl sowie die geschützte Positionsveränderung im Raum, wird in dieser Form zur Perfektion gebracht.

Das Üben an der Holzpuppe und der Austausch mit einem lebendigen Partner muss klar unterschieden werden. Erst nach und nach verschmilzt das Training an der Holzpuppe in der freien Anwendung mit einem Partner.


Luk Dim Bun Guan (Langstockform)

Der Langstock, eine Waffe aus massivem und elastischem Holz von ca. 2,7 m Länge, wird in einer Form mit 6 ½ Grundbewegungen und deren Variationen im Zusammenspiel mit einer speziellen Schritttechnik zur Anwendung gebracht. Der Körper des Trainierenden wird hier deutlich gestärkt. Die tieferen Stände und immer anspruchsvoller werdende Übungen lehren einen die Sinne für die Körperpositionen zu verfeinern sowie das Erlernte weiter zu vertiefen.

Die taktischen Überlegungen aus der Holzpuppenform werden hier zudem auf einen grösseren Raum ausgedehnt. Aus dem langjährigen Üben mit dem Langstock entwickelt sich eine besondere Dynamik und Kraft, daher der Begriff „Die zitternde Schlange halten". Hinzu ist das Üben der Langstock Form die unbedingte Grundlage für das Erlernen der Doppel-Messer-Form. Hier zeigt sich auch die Bereitschaft, selbst nach vielen Jahren des Lernens, weiterhin intensiv an sich selbst zu arbeiten und offen für Neues zu sein.


Bart Cham Dao (Schmetterlings-Messer)

Die Kurzschwerter, auch Doppel-Messer oder Schmetterlings-Messer genannt, sind der krönende Abschluss des Wing Chun Kung Fu. Sie sind Abschluss und Neuanfang zugleich. Alles Erlernte wird vertieft, geschärft und unter ernüchternden Umständen kritisch betrachtet. Leben und Tod erscheinen in den Bewegungen und Übungen mit den Doppelmessern so nahe wie noch nie.  

Da die Verletzungsgefahr beim Üben und Anwenden sehr hoch ist, wird vorerst „nur" mit stumpfen  Messern geübt. Auf der ganzen Welt gibt es vergleichsweise nur wenige loyale Praktizierende, die das Glück hatten, lange genug unter einem authentischen Meister  trainieren zu können, um von ihm persönlich in diese Form eingeführt zu werden.





 
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